Al Pont de Ferr: Phantasie und Können

Am Sonntagabend ging’s ins Al Pont de Ferr (55, Ripa di Porta Ticinese, Milano; Tel. 02.89406277). Dort assen wir auch schon den Rauch einer Cohiba in einem Schokodessert… Aus ethischen Überlegungen hab ich darauf verzichtet, drei Gänge bestehend aus Gänseleber zu ordern und probierte es stattdessen mit la tartare di vitellone di razza chianina leggeremente affumicata con tuorlo d’uovo di quaglia caramellato e gelato alla senape. Danach sollte es pluma di maiale Iberico al forno, lasciata rosata con crema di burrata e ricci di mare sein. Meine Schwester entschied sich für die animelle di vitello crocanti su zuppetta di ricotta di capra con scampi spadellati e polvere di caffe. Aber ach…

Was gab’s als amuse gueule? Crème brûlée mit fois gras auf Feigenkompott… Und schon klang das spanische Ferkel nicht mehr so verlockend, denn was dieser Koch mit fois gras anstellt, ist einfach nicht von dieser Welt. Löffelchen für Löffelchen schmelze ich dahin, wenn ich nur schon dran denke…

Nun gut, auch wer mit - einigermassen - intaktem Gewissen wieder rausspazieren will, muss nicht darben. Die eigenwilligen Kreationen, mit denen der Koch aufwartet sind immer überraschend und meistens ausgezeichnet. Das Wachtelei kam in einer Art durchsichtiger Caramell-Amphore und das leicht geräucherte Tartar harmonierte wirklich sensationell mit dem Senfglacé. Einmalige Kombination - in jeder Hinsicht.

Das iberische Ferkel war ebenfalls ausgezeichnet und das, obwohl ich Schweinefleisch meinstens nicht so besonders mag. Und dieses war innen noch roh! Unglaublich, was dieser Koch mit Essen anstellen kann…

Zufrieden, satt und um eine Erfahrung reicher verliessen wir das Pont de Ferr. Nur einen Augenblick lang dachte ich wehmütig ans amuse gueule zurück.

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