Bürgli: Ein sicherer Wert

Letzte Woche war ich wieder mal im Bürgli. Normalerweise gibt’s da ja Salat, Entrecôte Café de Paris mit Pommes und dann - nach einer längeren Pause - Schoggichueche. Aber diesmal entschied ich mich nach einem Apéro auf der Terrasse für eine Rauchlachsroulade auf Rucola und Limetten-Sourcream sowie die vom Kellner empfohlenen Lamm-Racks mit Gemüse. Mein Gegenüber bestellte Salat und Lamm mit Meerrettich-Kartoffelstock. Um es kurz zu machen: Das Essen war sehr gut - perfekt ergänzt durch einen Clos Martinet 2005. Nur der Kellner…

Aber zuerst zum Erfreulichen: Die Limetten-Sourcream der Vorspeise war ausgezeichnet und hat die leichte Enttäuschung wieder wettgemacht, die mir der Anblick der Rauchlachs-Fajita-Roulade beschert hat. Ich hatte eine Rauchlachs-Frischkäse-Variante vor Augen, als ich bestellt hatte. Das kann man dem armen Koch aber natürlich nicht ankreiden. Die Fajita schmeckte leider nach gummigem Nichts und ein Blini hätte die Sache merklich aufgebessert. Aber wie gesagt, die Limetten-Sourcream hat der Fajita-Roulade die nötige Frische zurückgegeben. Am Lamm und auch am überaus variantenreichen Gemüse war absolut nichts auszusetzen. Auch die Atmosphäre liess nichts zu wünschen übrig.

Nicht ganz zur ansonsten eleganten Abwicklung des Abends wollte der zuweilen herzliche aber auch ziemlich patzige Kellner passen. Nebst einigen kleineren Ausrutschern, die man ihm seiner “frischen” Art wegen verzieh, blieb aber auch folgende Episode in Erinnerung: Als mein Gegenüber, der sich mit Salatblättern von der Grösse eines Suppentellers herumschlagen musste, diesen Umstand auf Nachfrage Western union money order hin sehr höflich (!) zum Ausdruck brachte, wurde dies mit einer schnippischen Antwort à la “wenn man sich’s verdienen muss, schmeckts gleich nochmal so gut” quittiert. Autsch.

Ansonsten gab’s aber nichts zu meckern und natürlich war auch der Schoggichueche erwartungsgemäss ausgezeichnet.

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