Der weisse Schwan: Schwänzen!

Wie so oft stellte sich gestern Abend wieder die Frage, wo wir vor dem Theater essen gehen wollten. Nach dem Studium der Karte haben wir uns für den Weissen Schwan entschieden (zugegebenermassen auch, weil’s in der Nähe ist). Ich erwartete also keine Wunder - aber gutbürgerliche Küche (und für meinen Liebsten etwas Asiatisches) zu vernünftigen Preisen.

Die Atmosphäre ist eher ungemütlich und etwas kalt war’s auch. Die Bedienung war jedoch äusserst freundlich und aufmerksam - auch nachdem sich das Lokal etwas mehr gefüllt hat. Ich bekam eine halbe Avocado mit Crevettencocktail. Die halbe Avocado hatte einzelne bräunliche Flecken, was mich aber nicht störte, weil sie dafür reif war. Die Crevetten jedoch schwammen in viel zu süsser Cocktailsauce mit einzelnen Salzgürkchenstückchen, was komischerweise etwas an russischen Salat erinnerte (natürlich alles auf dem obligaten Salatblatt). Das war schon nicht sonderlich erfreulich, aber richtig übel wird’s erst, wenn man bedenkt, dass die CHF 17.90 dafür wollen! Mein Liebster hatte den Fehler gemacht, zwemal dasselbe zu bestellen - unfreiwilligerweise: Jedenfalls hatte es auf seinem gemischten Vorspeisenteller bereits einen dieser komplett geschmacksneutralen, in Kokosfett frittierten und übel krümeligen Falaffel, die er dann auch nochmal zur Hauptspeise kriegte… Daneben gab’s noch klitzekleines Samöseli und eine Frühlingsrolle mit Lamm, die jedoch jedem, der Lamm nicht abgöttisch liebt, vor lauter “böckele” den kalten Schweiss auf die Stirn getrieben hätte.

Danach kriegte ich Schweinscordonbleu mit Pommes. Das war bis zu dem Zeitpunkt ganz ok, an dem ich zweimal hintereinander auf ekliges, zähes Schweinegeäder biss. Schweinefleisch ist sicher nicht mein LIeblingsfleisch, ich ess es zwischendurch aber gerne. Schweinegeäder geht hingegen gar nicht. Wir haben uns also beide von den laschen Pommes ernährt.

Abgesehen von der freundlichen Bedienung stimmt in diesem Lokal leider nicht viel. Die Qualität des Fleisches ist mangelhaft, die Ausführung sowohl hiesiger wie auch der Gerichte aus der Heimat des Kochs lässt arg zu wünschen übrig und der völlig überteuerte und überzuckerte Crevettencocktail mag ich wirklchlich niemandem wünschen. Es wäre dringend anzuraten, die Karte zu verkleinern, den Einkauf zu überdenken und den Koch mal in die Migros Clubschule zu schicken.

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