Greulich zum Dritten: Es geht wieder aufwärts

Das Greulich hat letzten Herbst nach einer unendlich scheinenden Küchenumbaupause seine Pforten mit neuem Konzept und - vorallem zu bedauern - neuem Personal wieder geöffnet. Während man sich an ersteres hätte gewöhnen können, war letzteres völlig ungeniessbar und hat meinem “home away from home”-feeling gründlich den Garaus gemacht. Nun jedoch, nach einem Jahr Übungszeit, scheint sich die neue Brigade langsam an das vorherige Niveau heranzuarbeiten.

Das Konzept nennt sich “small plates” - im Josef in die Jahre gekommen, ist die Vorspeisentellergeschichte also nun auch in den Schwesterkreis ennet den Gleisen übergeschwappt. Zuerst hatten die Damen vom Service offenbar noch einen edukativen Auftrag: So wurde ich belehrt, dass man drei Tellerchen gleichzeitig bestellt - und serviert bekommt. Nur blöd, dass die Tische gleich gross geblieben sind und die Küche von diesem Konzept offenbar genauso überfordert war wie die Gäste. Auch nicht besonders geschickt, dass die verschiedenen Weine dann zu den unmöglichsten Zeitpunkten gereicht wurden. Zum Glück haben sie sich in der Zwischenzeit den hiesigen Gepflogenheiten ergeben und servieren eins nach dem andern - welch angenehme Normalität.

Die Kompositionen auf den Tellerchen waren bereits zu Anfang nicht schlecht und die Qualität war nie zu beanstanden. Allerdings waren viele Kompositionen etwas ausgefallen für meinen Geschmack und die Karte blieb zu lange dieselbe und bot damit leider wenig Abwechslung. Neuerdings finde ich jedoch immer mehr Gerichte, die www.fnp.com mir wirklich zusagen. Die Kombinationen sind immer noch nicht alltäglich aber auch nicht mehr völlig jenseits. Die Ausführung ist nach wie vor tadellos und neuerdings wechselt die Karte oft - ich befürchte jeweils schon, mein Lieblingstellerchen von letzem Mal nicht mehr vorzufinden. Dafür erwartet einen immer wieder eine neue Überraschung und dank den Portionengrössen kann man sich gut durch die halbe Karte essen und auch einmal eine fehlgeleitete Komposition überstehen (Abendkarte).

Das Personal hat - bis auf die eine kleine Maus, die einen im Plural prinzipiell duzt - an Gastfreundlichkeit bedeutend zugelegt. Man wird wieder begrüsst, wenn man das Lokal betritt, der Service ist aufmerksam und die Fehlleistungen haben merklich abgenommen - so bekommt man nun wieder, was man bestellt hat und sogar die Reihenfolge der Getränke folgt einer gewissen Logik. Seither ist auch das Preis-/Leistungsverhältnis wieder in Ordnung.

Fazit: Noch ein paar Monate und ich hab eins meiner Lieblingslokale zurück. Das ist auch deshalb besonders tröstlich, weil das Zentraleck offenbar wieder mal den Besitzer gewechselt hat.

Leave a Reply