Im UniTurm: Dornröschen musste ja auch ne ganze Weile warten

Aber: Als es dann was gab, war’s gut. Leider kann der Service im Restaurant UniTurm jedoch nicht mit der Küche mithalten.

Nur zwei von acht Gästen an unserem Tisch hatten einen Brotteller, die Bedienung hat das Fehlen nicht bemerkt und das Brot war obendrein noch trocken. Das Wasser reichte nur für die Hälfte der Anwesenden und als die Kellnerin dann nach einer kleinen Ewigkeit vorbeikam, trug mir die Frage, ob wir noch mehr Wasser haben könnten, die schnippische Bemerkung ein, vorher hätte es noch gehabt. Auf meine Frage, woher denn die Ente käme, reagierte sie (die übrigens auch sonst den Elan und die Lebensfreude eines Galeerensklaven verbreitete) genervt. Madame, bitte suchen Sie sich einen anderen Job. Sie verderben den Leuten den Appetit. Der Chef de Service hat die Dame dann abgelöst und – sozusagen als Begrüssung – „die Ente ist aus Frankreich“ über den Tisch gerufen. Das bestellte Wasser verteilte er – unbesehen ob mit oder ohne Kohlensäure – auf die noch leeren Gläser und schritt zur Bestellung – vielleicht wollte er die ungebührlich lange Wartezeit wieder wettmachen.

Der gemischte Salat mit ein bisschen Kresse und geräucherter, gehobelter Entenbrust sowie Orangenscheiben kam an einer dezenten Sauce. Man würde ja erwarten, dass bei einem schlichten Salat nichts falsch zu machen ist, doch muss man hier lobend erwähnen, dass sie sich dem unsäglichen Trend nicht gebeugt haben, auf sämtliche Rohkost Randensprossen zu geben. Ein erfreulicher Auftakt also. Dass das Champignons-Peperoni-Gemüse zur Hauptspeise offensichtlich nicht ohne Peterli auskam, hat meine Freude über die Trendresistenz der Küchenbrigade dann allerdings wieder etwas gedämpft. Und als dann neben der Rösti ein Klecks Balsamico lauerte, musste ich leider einsehen, dass es sich bei der Randensprossenabstinenz nur um einen glücklichen Zufall gehandelt hatte. Das Kalbfleisch an einer nach Gulasch anmutenden Sauce sowie die Rösti www.fashionandyou.com waren gut. Das Dessert bestand aus weisser Tobleronemousse und einer (ehemaligen) Kugel Caramelglacé, die bereits das Schälchen mit der Tobleronemousse umspülte, als sie auf den Tisch kam.

Lobend erwähnen muss man (bis auf den Glacéunfall) die Präsentation der Gerichte. Die Kompositionen sind nicht nur geschmacklich sondern auch optisch durchdacht und sehen allesamt verführerisch aus.

Vielleicht ist diese filigrane Dekorationsarbeit der Grund, weshalb wir nicht nur bis zur Bestellung sondern auch zwischen jedem Gang eine gefühlte Ewigkeit warten mussten. Vielleicht lag es auch am offensichtlichen Mangel an Servicekräften. Obwohl mir ein ausgedehntes Essen durchaus Freude macht, wurde die akzeptable Zeit für ein Mittagessen definitiv überschritten.

Fazit: Das Essen ist gut, die Portionengrösse entspricht einem leichten Luch aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt angesichts der guten Küche trotzdem (drei Gänge inkl. Wasser und Kaffee für ca. CHF 30.- bis 36.-). Der Service allerdings wäre einen Umweg wert – in die andere Richtung!

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