Khan’s: Komm hindu

Zwar fühlte ich mich überhaupt kein bisschen experimentierfreudig und hätte einiges für Pasta mit Sauce gegeben, aber mein Liebster wollte ins Khan’s. Sei’s drum, dachte ich mir, dann gehen wir halt. Als ich da ankam, flüsterte er mir schon freudenstrahlend ins Ohr, ich solle mir mal ansehen, wie viele Inder es da hätte. Tatsächlich - ein gutes Zeichen. Trotzdem. Die Karte machte es mir kein bisschen leichter. Lauter unverständliches Zeugs (ich war echt schlecht drauf an dem Abend). Ich bestellte den Shrimps Salad und dann Palak Paneer. Eigentlich wollte ich ja was mit Fleisch, aber das Poulet haben sie grösstenteils aus Brasilien und Ungarn und eigentlich nur das Rind aus der Schweiz. Und weil’s nix Vernünftiges mit Rind gab und gequälte Käfighühner immer so einen schalen Beigeschmack haben, probierte ich’s mit vegetarisch. Mein Gegenüber entschied sich für eine spezielle Vorspeise, deren Namen wir uns nicht merken konnten und die leider auch nicht auf der normalen Karte ist, sowie das Gemüsecurry mit indischem Brot.Mein Shrimps Salad war überraschenderweise kalt aber wirklich gut und beim Preis-/Leistungsverhältnis macht ich innerlich einen grossen Haken. Was meine üble Laune aber subito weggefegt hat, war eines dieser kleinen Teigtäschchen, das mir mein Gegenüber freundlicherweise angeboten hat (wahrscheinlich, um mich zu besänftigen :-)): Aussen knusprig, innen eigentlich ziemlich flüssig aber mit süssem Kartoffelkern war das kleine Päckchen eine Offenbarung. Es lohnte sich absolut, die ganzen Vorspeisen durchzuprobieren, um nochmals so ein Täschchen essen zu können. Die Hauptspeise konnte ich dann in bester Laune geniessen und auch sie enttäuschte nicht - warf mich aber auch nicht um. Ausgezeichnet ist übrigens auch das Fladenbrot (Naan) - unbedingt bestellen und damit die Sauce auftunken! Zum Abschluss dieses auch durch die freundliche Bedienung geretteten Abends gab’s dann einen frischen exotischen Fruchtsalat aus reifen (!) Früchten.

Fazit: Wir haben gut gegessen, aber für Indien-Anfänger (wie mich) braucht’s wohl eine gewisse Zeit, bis man seine Lieblingsgerichte entdeckt hat. Bis dahin probiere man munter bei den andern. Insgesamt kann man nur empfehlen, was sie gleich selbst auf ihre Werbekarten drucken: Komm hindu!

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