Park-Hyatt Restaurant: Grand-Hotel-Feeling mit innovativem Konzept

Gedämpftes Licht, unfassbar bequeme Sessel und dazu eine Bedienung, die ernsthaft Grand-Hotel-Qualitäten hat. Sich im Restaurant parkhuus wohlzufühlen, fällt leicht. Aber können sie auch kochen?

Die – wirklich beinahe perfekte (!) – Dame vom Service, die uns überaus charmant, zurückhaltend und immer wachsam bedient hat, bringt uns die Karte. Als Anfänger braucht man dazu ne Anleitung, denn auf den aufklappbaren drei Seiten sucht man die gewohnte Ordnung von Vor-, Haupt- und Nachspeise vergebens. Stattdessen gibt’s links alles aus dem Wasser, in der Mitte Beilagen und Pasta und rechts alles mit Fell. Wenn man’s mal begriffen hat, sieht man die Genialität dieser Einteilung. Nur Beilagen, dafür davon ne ganze Menge? Fisch mit der Lieblingsbeilage? Fleisch pur? Ein Fünfgänger? Diätkost? Alles kein Problem! Nebst Herkunftsland verrät die Karte dem interessierten Leser auch gleich den Produzenten der Beilage oder Hauptspeise – Terroir auf höherem Niveau sozusagen.

Die überwältigende Auswahl und die unzähligen Kombinationsmöglichkeiten waren denn auch Grund für den Herrn in der Runde, langsam leicht nervös zu werden – wir Mädels brauchten ein paar Minuten, um unser Menu des Abends zusammenzustellen. Aber er hat die Zeit gut genutzt und einen umwerfenden Guidalberto bestellt (Toscana IGT Tenuta San Guido, 2006). Leider war letzterem anfangs etwas warm, doch der – leicht pikierte – Sommelier hat ihn nach ein bisschen entschiedenem Zureden auf die richtige Temperatur gekühlt.

Meiner Forelle mit Zitrusbutter (und würziger Kruste) hatten umsichtige Köche bereits die Geräte entfernt und als ich das obere Filet – wie ich meinte – abgetrennt hatte und nach unten klappen wollte, war da nix drunter ausser dem unteren Filet. Ziemlich beeindruckend (und ich frag mich jetzt noch, wie die das gemacht haben…). Einzig geschmacklich vermochte der Fisch nicht vollends zu überzeugen – stellenweise schmeckte er leicht erdig. Die sehr leckeren breiten Bohnen mit Tomaten, Oliven und Zwiebeln blieben – wie alle unsere Beilagen – in ihren in putzigen kleinen Messingpfännchen auf den bereitgestellten Rechauds wunderbar warm.

Ebenfalls nur Gutes gehört hab ich übrigens vom Bison Entrecôte, dem Spinat sowie dem Wurzelgemüse und dem Kohlrabi.

Weil wir alle von einem Apéro riche kamen, war’s das auch schon wieder – aber ich werde sehr gerne die nächste sich bietende Gelegenheit nutzen, um mich weiter durch die Karte zu essen.

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