Rüsterei: Nachtrag mit bitterem Nachgeschmack

Nur ungern erinnere ich mich an das Milken-Desaster bei meinem letzten Besuch in der Rüsterei. Aber da die Location grad passt und die Atmosphäre halt wirklich ihresgleichen sucht, lande ich wieder mal in einem dieser bequemen Stühle und versuche was auf der Karte zu finden, das sie bestimmt nicht verhauen können.
Derweil will meine Schwester - trotz meiner heftigen Proteste - Milken. Allerdings ohne Panade. Wir bestellen also Maispoularde mit Polenta und voraus irgendwas Vernünftiges, wie Salat. Meine Schwester bestellt sich ihre Milken, besteht aber darauf, dass sie nicht paniert sondern nur kurz in Butter geschwenkt werden. Der Kellner schaut verdutzt. Er muss nachfragen. Wir verstehen nicht, weshalb. Er kommt wieder und was wir dann hören ist der Grund für diesen Nachtrag: Die gebratenen Milken kann man nicht ohne Panade haben, weil sie schon paniert sind! AAAAHHHHHHHHHHHH! Ich schau den Mädels in die Augen und in diesem Moment denken wir alle dasselbe: Das Zeug kommt wahrscheinlich vorpaniert und gefroren an und wird dann aufgetaut und angebraten, warmgehalten und dann serviert! Das erklärt auch, weshalb die Dinger nur nach Panade schmecken! Wie grässlich ist DAS denn! Zuerst auf Pro Specie Rara und Qualitätsversessenheit machen und dann vorpaniertes Zeug verarbeiten! AAAAHHHHHHHHHRRRRRRGGGGGG! Meine Schwester fragt ungläubig nach. Dem Kellner wird’s unwohl. Wir gucken ihn alle gespannt und mit hochgezogenen Augenbrauen an.  Es fühlt sich tatsächlich ein bisschen an wie ein Verhör. Bevor’s zu ungemütlich wird, kann ich meine Schwester davon überzeugen, was Unverfängliches zu bestellen und den armen Mann gehen zu lassen. Und wenigstens die Atmosphäre zu geniessen.

Leave a Reply