Seehotel Sonne: Schuhsohle à la minute in Gold aufgewogen

Bekanntlich mag ich ja das Romantik Seehotel Sonne nicht besonders (ich schreib den Namen bloss deshalb aus, weil derjenige, welcher das Ganze “Romantik Seehotel” getauft hat, einen seeeeehr kranken Sinn für Humor gehabt haben muss).  Und bekanntlich find ich den Schuppen haltlos überteuert. ABER: Gleich am See gelegen hat’s ja eine Art Gartenbeiz fürs Fussvolk. Man muss sich einen Streifen gepflasterte/mit Kies bedeckte Seepromenade zwischen dem Romantikhotel und - eben - dem See vorstellen. Der Gehweg, der am See entlang führt, liegt nicht etwa am See. Nein, er trennt die Terrasse des romantischen Seehotels (mit Sonnenstoren und Zaun) vom Selbstbedienungsteil am See, der mich immer ein bisschen an ein Minigolf-Restaurant erinnert.

Eines sonnigen Abends hatten wir richtig Lust auf ein Steak vom Grill. Also beschlossen wir, das Seekompartiment der Sonne zu besuchen. Das Salatbuffet hat mich positiv überrascht. Es ist zwar nicht allzu gross, aber die meisten Schüsseln waren noch ziemlich voll und es sah alles in allem recht appetitlich aus. Dann begannen unsere Probleme, denn alles, was wir bestellen wollten, war schon ausverkauft. Wir bestellten also, was es noch hatte, nämlich zwei Pfeffersteaks. Dann suchen wir uns an der Salatbar unsere Beilagen zusammen und stellen uns dann wieder vor den Grill. Wir stehen also da und warten und unterhalten uns und warten weiter und so langsam fragen wir uns beide, wie lange der Meister am Grill das Teil denn auf selbigem lassen will. Uns wird klar: Noch ne Weile. Als wir dann unsere Pfeffersteaks auf riesigen leeren Tellern engegegennehmen, wirken sie verschrumpelt und sehr verloren, denn der Salat befindet sich ja auf einem kleinen Beilagenteller. Das gibt schon mal Punkteabzug für die ungeschickte Organisation: Will man die Grillade nicht völlig kalt essen, ist man gezwungen, den Salat zu holen, während der Chef das bestellte Steak grillt. Und findet sich dann mit einem leeren Riesenteller und einem überfüllten Beilagenteller wieder.

Richtig lachhaft wurde es allerdings an der Kasse. Für zwei Beilagensalate, zwei Pfeffersteaks, ein Wasser und ein Bier in Selbstbedienung zahlen wir über siebzig Franken! Das wäre sogar bei einem weltklasse Pfeffersteak zuviel. Aber - man hat’s geahnt - das Pfeffersteak ist zäh und voll Geäder. Das ist schlicht Betrug.

One Response to “Seehotel Sonne: Schuhsohle à la minute in Gold aufgewogen”

  1. Liebe “Da Bitch”

    Wie wir deinem Blog entnehmen können, ist bei deinem Besuch in der Sonne einiges nicht zu deiner Zufriedenheit verlaufen! Gerne würden wir dich deshalb zu einem zweiten Besuch einladen, und vielleicht ergibt sich dabei auch die Möglichkeit für ein konstruktives Gespräch. Wir sind immer interessiert an Feedbacks - besonders natürlich von Food-Liebhabern und Feinschmeckern, wie du einer zu sein scheinst.

    Eine kleine Bemerkung schon mal voraus am Rande: Der Gehweg aus Kies ist nicht von uns so eingerichtet worden sondern aus der Geschichte der Sonne heraus entstanden. Vor 200 Jahre hat der damalige Besitzer den Weg an die Gemeinde Küsnacht verkauft, damit die Bevölkerung ihn ebenfalls nutzen kann.

    Über einen Terminvorschlag deinerseits würden wir uns sehr freuen und verbleiben mit den besten Grüssen

    Das Team vom Romantik Seehotel Sonne

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