White Elephant: Treffend benannt

Weil mein Liebster so gerne Asiatisch isst, wurde er von mir zum Geburtstag ins White Elephant eingeladen - man sagt, das sei der beste Thai in der Stadt. Mit der Empfehlung meiner Schwester ausgestattet, wir sollten unbedingt die Seafoodplatte nehmen, startete ich erst mit einem Glas Prosecco. Das liess ich aber dann ziemlich zackig stehen und bestellte Champagner, denn ich konnte die Kopfschmerzen schon nach dem ersten Schluck anschleichen hören…

Die Bedienung war sehr freundlich und bemüht aber leider auch ziemlich unbedarft. Klassischer Fall von “gibt sich und hat Mühe”: Da wird fröhlich über den Teller gegrapscht, Bier im hohen Bogen ins stehende Glas gegossen und Erklärungen bloss genuschelt, sodass man etwa dreimal nachfragen muss.

So bestellten wir also “Pearl of Andaman”, eine Auswahl von verschiedenen Thai Hauptgängen. Der Hummer in rotem Curry fand bei meinem Gegenüber besonderen Anklang, ich war etwas von dem penetranten Beigeschmack überwältigt, den ich aber nicht genau benennen kann. Das gebackene Rotbarschfilet an süss-saurer Sauce war gut, allerdings lieb ich fast alles “süss-sauer” und ob’s nun Rotbarsch oder Chicken ist unter dem Teig, macht ja nicht so den riesen Unterschied. Die gebratenen Miesmuscheln mit Basililkum kamen uns nicht so besonders asiatisch vor und waren ok. fernsnpetals.com Mir war die Fischsauce zu penetrant. Die grillierten roten Wildgarnelen waren sehr gut (an die dazu angedrohte Fischsauce kann ich mich zum Glück nicht mehr erinnern) aber leider kalt, bis ich sie gegessen hab. Wenn man schon alles gleichzeitig auf den Tisch stellt, sollte man dafür sorgen, dass es ein bisschen länger warm bleibt. Mit Abstand am besten geschmeckt hat der Bärenkrebssalat und der gebratene Reis.

Alles in allem haben wir so so la la gegessen und mir ist völlig schleierhaft, weshalb das Zürichs bester Thai sein soll. Zudem stört, dass man die Hälfte der Gerichte mangels Rechaudkerzen lauwarm oder kalt essen muss.  Was einem den Genuss zusätzlich schwer macht, ist die Business-Atmosphäre. So richtig angenehme Stimmung will einfach nicht aufkommen - obwohl sie sich mit der Dekoration grosse Mühe geben.

Laut Wikipedia spricht man im englischen Sprachraum von einem “White Elephant”, wenn eine Sache mehr Ärger macht als sie Nutzen bringt. So isses.

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